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Leben mit Multipler Sklerose

Jörg Pantel

Multiple Sklerose gilt als rätselhafte Krankheit. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, welche Faktoren diese schwere neurologische Störung auslösen. Auch gibt es keine eindeutige Behandlung für alle MS-Patienten. Die Homöopathie bietet verschiedene Heilmittel an.

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Im Verlauf der Krankheit kommt es zu vielen (multiplen) Entzündungen an verstreut liegenden Stellen des Gehirns und des Rückenmarks. Meist tritt diese Erkrankung zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Sehr selten beginnt sie erst nach dem 50. Lebensjahr. Frauen sind von Multipler Sklerose öfter betroffen als Männer. Es gibt Familien, in denen die Krankheit häufiger auftritt.

Infokanäle im Körper defekt

Man weiß heute recht genau, was im Körper passiert, wenn ein Mensch an Multipler Sklerose erkrankt. Ausgangspunkt der Krankheit ist das Gehirn - die Schaltzentrale unseres Körpers. Dort werden Signale über das Rückenmark in den gesamten Körper gesendet und umgekehrt empfangen. Diese Signale werden von verschiedenen Nervenfasern weitergeleitet. Sie sind - ähnlich wie elektrische Kabel - mit einer Schutzschicht umgeben. Erkrankt ein Mensch an Multipler Sklerose, entzündet sich die Schutzschicht der Nervenfasern. Dann können Botschaften vom Gehirn nicht mehr richtig gesendet oder empfangen werden. Leitet eine Nervenfaser beispielsweise Informationen zu einem Muskel, so kommt es im Falle einer Entzündung der Schutzschicht beispielsweise zu Kribbelempfindungen in dem Muskel oder zu verlangsamten Bewegungen und manchmal auch zu Lähmungen. Auch Sehstörungen sind bei Multipler Sklerose recht häufig.

Die Entzündungen des Nervengewebes können nach einem akuten Krankheitsschub wieder abheilen, aber auch Narben (Sklerosen) hinterlassen, so daß die körperliche Schäden auf Dauer bestehen bleiben.

Endstation Rollstuhl?

Da die ersten Anzeichen der Multiplen Sklerose oft recht allgemein sind, wenden Ärzte verschiedene Untersuchungsverfahren an, um eine Diagnose zu stellen. Dazu zählen eine gründliche neurologische Untersuchung sowie Computertomographie und Kernspintomographie. Außerdem wird eine Untersuchung des sogenannten Nervenwassers (Liquor) auf bestimmte Eiweißverbindungen durchgeführt, die auf eine Entzündung hinweisen.

Viele Menschen denken bei der Krankheit Multiple Sklerose unwillkürlich an Patienten, die sich kaum noch bewegen können und im Rollstuhl sitzen müssen. Letztlich ist es jedoch so, daß wir mit der Diagnose ,,MS" nicht immer den Rollstuhl und die schwere Behinderung in Verbindung bringen sollten. Denn mehr als zwei Drittel aller betroffenen Patienten haben einen leichten Krankheitsverlauf. Sie empfinden nur geringe körperliche Auswirkungen, oder diese machen sich erst in fortgeschrittenem Alter bemerkbar. Dennoch will ich hiermit die Krankheit nicht verharmlosen.

Interessant ist in dem Zusammenhang, warum es so unterschiedliche Krankheitsverläufe gibt. Um dieser Frage nachzugehen, müssen wir uns einmal mit den Ursachen der Multiplen Sklerose befassen. Diese sind jedoch trotz intensiver Forschungen nicht eindeutig geklärt. Man nimmt an, daß dieser Erkrankung ein ganzes Bündel von Ursachen zugrunde liegt. In erster Linie wird Multiple Sklerose heute als eine Störung des körpereigenen Abwehrsystems angesehen. Dabei bildet der Körper Abwehrstoffe gegen sich selbst, wodurch sich die Schutzhüllen der Nervenfasern entzünden. Weitere auslösende Faktoren der Multiplen Sklerose sind genetische Einflüsse und Umweltfaktoren sowie möglicherweise Viruserkrankungen. Diskutiert wird ein möglicher Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und einer Infektion mit einem bestimmten Herpes-Virus. Aus Frankreich gibt es außerdem Meldungen, wonach ein Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen Hepatitis B und der Entstehung von Multipler Sklerose vermutet wird.

Lebenslust oder -frust

Aus meiner Sicht spielt das seelische Wohlbefinden bei der Entstehung und beim Umgang mit Multipler Sklerose eine große Rolle. Insbesondere hat man festgestellt, daß gerade Leute mit einer positiven Lebenseinstellung und mit vollem Lebensmut wesentlich höhere Chancen haben, eine Krankheit zu bewältigen als andere. Im Sinne der Naturheilkunde ist es daher wichtig, daß bei Patienten mit Multipler Sklerose nicht nur der kranke Körper behandelt wird, sondern sie auch Unterstützung dabei finden, innere Kraft und neuen Lebensmut zu schöpfen. Gelingt diese Wendung, erleben wir immer wieder, daß Menschen schwere und schwerste Krankheiten überstehen. Ein erster Schritt dazu ist es, nicht immer wie gebannt auf die Krankheit und auf die Krankheitssymptome zu starren, sondern sich darauf zu konzentrieren, was einem gut tut.

Homöopathische Mittel

In der Schulmedizin werden verschiedene Medikamente, in erster Linie Kortison, eingesetzt, um die Entzündungen des Nervengewebes zu hemmen und um Fehlsteuerungen des Immunsystems zu unterdrücken.

Die Homöopathie kennt verschiedene Mittel zur Behandlung von Multipler Sklerose. Wie die folgenden Beschreibungen zeigen, kommt es darauf an, daß der Behandler sehr genau auf die Krankheitssymptome und die Befindlichkeit des erkrankten Patienten achtet.

An erster Stelle nenne ich die sogenannte Calabar-Bohne. Wir setzen diese ein bei Rückenmarksstörungen mit Lähmungserscheinungen sowie bei starren Muskeln, besonders in den Gliedmaßen. Außerdem schielt der Patient und hat einen erhöhten Augeninnendruck. Er klagt über Taubheit in Armen und Beinen, seine Wirbelsäule ist sehr empfindlich. Morgens sind die Beschwerden besonders intensiv. Wärme und Kälte machen ihm zu schaffen. Bei mäßigen Temperaturen und draußen fühlt er sich am wohlsten.

An zweiter Stelle sei Conium, der Schierling, genannt. Bei ihm finden wir folgende Krankheitserscheinungen: Fortschreitende, aufsteigende Lähmung, vom Rückenmark ausgehend, an den unteren Füßen beginnend, Anfangsschwierigkeiten beim Gehen, Muskelzuckungen, Zittern, Neigung zu Schwindel und teilweise Lähmungen in bestimmten Körperregionen. Der Patient ist körperlich und geistig erschöpft. Er kann sich schlecht erinnern, ist mürrisch bis melancholisch. Körperlich und geistige Anstrengung verschlechtert sein Befinden. Empfindlich reagiert er auf Lärm, Licht, Kälte, Alkohol und Trost.

An dritter Stelle sei genannt Lathyrus sativus, die Saatplatterbse. Sie wird gegeben bei Lähmungen der Beine mit Muskelzusammenziehung. Die Beine kribbeln häufig, sind oft kalt. Der Patient geht unsicher. Er klagt über ein Druckgefühl in der Blasengegend. Seine Beschwerden verschlimmern sich durch feuchte Kälte und Gehen in der Dunkelheit.

Gleichgewichtsstörungen

Ein weiteres homöopathisches Mittel ist Manganacetat. Typisch für diesen Patienten ist, daß er unter Gleichgewichtsstörungen leidet und nicht rückwärts gehen kann, ohne hinzufallen. Bei geringem Druck gegen die Brust fällt der Kranke nach hinten. Mitunter steht der Patient regelrecht unter dem Zwang zu laufen, zu lachen oder zu weinen.

Secale Cornutum, das Mutterkorn, wenden wir bei Patienten an, die neben den allgemeinen Taubheits- und Kribbelgefühlen vor allem Probleme mit den Händen haben. Sie sind unsicher beim Greifen und Halten und leiden oft unter Verkrampfungen in den Händen. Wenn sie die Hände und Finger reiben und strecken, werden die Beschwerden gelindert.

Die genannten Substanzen stellen nur eine kleine Auswahl von möglichen Heilmitteln dar.

Allein im deutschen Buchhandel sind annähernd 100 Veröffentlichung über Multiple Sklerose erhältlich. Folgende Bücher halte ich für lesens- und empfehlenswert:

 

* Natürliche MS-Therapien - von Christine Wagener-Tiele. Econ-Taschenbuch, 16 DM.

* Multiple Sklerose - von Dr. med. Christine Neuhofer, einer Ärztin, die selbst von der Krankheit betroffen ist. Falken-Taschenbuch, 14,90 DM.

* Leben mit Multipler Sklerose - von Ursula Wiese. Haug-Verlag, 29,80 DM.

Rat und Hilfe erhalten Betroffene außerdem bei der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband NRW, Kirchfeldstraße 149, 40215 Düsseldorf, Tel. (0211) 933040.

  Veröffentlichungen de Authors:

"Natürlich ganz gesund" von Jörg Pantel
Oktober 2002. 190 S. . m. zahlr. farb. Abb. 21,5 cm Kt
Best.Nr.: 3784331653
Verlag / Hersteller: LANDWIRTSCHAFTSVERLAG
Preis: EUR 14.95

Rezension aus Amazon:

Ein schön bebildertes und liebevoll aufgemachtes Buch eines Heilpraktikers, der seine Erfahrungen aus 16 Jahren Praxis Interessenten und Betroffenen anbietet.

In der Einleitung wird eine verständliche Einführung in die bevorzugten Therapien Bach -Blüten und klassische Homöopathie gegeben.

Es folgen Tipps zur Selbsthilfe wie Eigen -Urin und Aromatherapie sowie Anwendungsmöglichkeiten der Elemente Wasser, Erde, Licht sowie von Edelsteinen. Im Anschluss eine kritische Betrachtung von Impfungen sowie die Bedeutung von Störzonen für die Gesundheit.

Der eigentliche Hauptteil befasst sich mit verschiedenen Krankheitsbildern. Unterteilt werden diese in

a) emotionale und seelische Erkrankungen

b) organische Erkrankungen

c) Spezialteil Frauen

Während es bei den unter a) aufgeführten um Themen wie „Krank vor Angst", „Ungeweinte Tränen - Bettnässen" oder auch - insgesamt umfasst dieser Komplex 9 Kapitel - „Schatten über der Seele - Depressionen" geht, beschäftigen sich die 20 Kapitel unter b) mit Krankheitsbildern wie Asthma, Kopfschmerz und Migräne oder auch Neurodermitis.

Auch in diesem Abschnitt geht der Autor auf mögliche seelische Ursachen der jeweiligen Erkrankungen ein, was schon an den einzelnen Überschriften zu erkennen ist:

Die Nase voll - Sinusitis
Aus dem Gleichgewicht - Schwindel
Dampf ablassen -Bluthochdruck
Oder auch „Wenn uns die Luft wegbleibt - Asthma".

Neben der Betrachtung der eigentlichen Ursachen von Krankheit wird der Leser auf diese Weise zu den Behandlungsmöglichkeiten geführt. Insbesondere in Frage kommende homöopathische Mittel und Bach -Blüten werden dabei vorgestellt.

Mir hat es sehr gefallen, dass der Autor nicht nur Krankheiten und Mittel dagegen aufführt, sondern er sich ausführlich mit Sinn und Wesen von Krankheit beschäftigt. Auf diese Weise wird auch der Leser und Betroffene damit konfrontiert und in die Lage versetzt, sich auf eine neue Art mit seiner Symptomatik auseinander zu setzen.

Hauptteil c) besteht aus 5 Kapiteln, die sich mit dem Prämenstruellen Syndrom, Klimakterium, Frigidität sowie Schwangerschaft und Geburt beschäftigen. Auch hier werden Bezüge zu emotionalen und seelischen Ursachen der Probleme hergestellt.

Eine schöne Ergänzung finden wir in den folgenden beiden Kapiteln. Es geht um die Lust am Leben und die Heilkräfte, die jeder durch Singen und Lachen bei sich aktivieren kann.

Abschließend eine farbige Auflistung der einzelnen Bach -Blüten und der Zustände, für die sie eingesetzt werden können.

Wie ich finde, ein sehr schönes Buch zu einem angemessenen Preis (14,95 €), das sowohl zum Lesen als auch zum Nachschlagen anregt. Etwas irre führend der Untertitel „Mit Homöopathie und Bach -Blüten durch den Alltag". Es geht nämlich nicht um Alltagserkrankungen wie Husten und Schnupfen, sondern um seelische Krisen und damit verbundene körperliche Symptomatiken. Allerdings um Solche, die jedem von uns begegnen können.