Logo

Antrag

Der Fahrgastbeirat moege beschliessen:

Die HEAG aufzufordern, alle Bus- und Strassenbahnhaltestellen mit einer Kennzeichnung der Haltepunkte fuer barrierefreies Ein- und Aussteigen zu versehen.

Begruendung:

An einer Vielzahl von Haltepunkten ist mir aufgefallen, dass ein Aussteigen mit dem Rollstuhl trotz fahrzeugintegrierter Rampe nicht moeglich ist, da sich an diesen Stellen Hindernisse direkt vor dem Ausstiegspunkt befinden und die Rampe garnicht erst ausgeklappt werden kann bzw. das Befahren nicht moeglich ist, da sich direkt vor der ausgeklappten Rampe beispielsweise ein Bordsteinkante befindet. Das Problem bestuende hingegen nicht, wenn sich der Haltepunkt einen halben oder ganzen Meter weiter bzw. zurueckversetzt befaende.

Weiterhin ist unklar, wo die Bahn haelt, so dass man den Haltepunkt nur abschaetzen kann und mit dem Rollstuhl erst aufwendiges Manoevrieren notwendig wird, um zuerst den Oeffnungsknopf zu betaetigen und dann erst wieder den Rollstuhl in die richtige Position zum Einsteigen zu bringen; auch blinden Fahrgaesten wuerde dies das Einsteigen ungemein Erleichtern.

Dazu waere lediglich einmalig eine eindeutige Halteposition festzulegen, woraus sich dann die Markierungen ergaeben, die im Normalfall als Standard-Ein/Ausstiegsposition beim Halten diente.

Weiterhin moege der Fahgastbeirat beschliessen:

Die HEAG aufzufordern, ihe Strassenbahnfahrer ueber die Fehlfunktion der Haltewunschknoepfe der neuen Strassenbahnserie zu informieren und gleichzeitig die derzeitige Funktion offenzulegen und zu erklaeren.

Begruendung:

Meines Erachtens ist es mir nach ueber einem Jahr nicht mehr laenger zuzumuten, mich bei jedem Versuch, die Bahn mittels der Rampe zu verlassen und hierzu den Fahrer auf meinen Wunsch aufmerksam zu machen, mich jedes mal von den Fahrern anschnauzen zu lassen:

Ey, do misse Se aach uff denne Knopp dricke! und mich auf mein Insistieren hin, dass ich dies mehrmals ausgiebig getan habe und ein Fehlfunktion der Signalanlage vorliege und dieser Fehler auch bekannt sei, mich als zu bloed zum Betaetigen eines Knopfes hinstellen zu lassen und spoettische Kommentare wie: jaja, die Technik iss nadierlich widder dran schuld ... vor allen anderen Fahrgaesten anhoeren zu muessen.

Den Fahrern kann man jedoch keinen Vorwurf machen, da sie davon ausgehen muessen, dass Sie Knoepfe wie beschrieben funktionieren, ihre Versuche, mir zu beweisen, dass die Signale wie vorgesehen funtionieren, fuehren sporadisch zu beiderseitigen Ueberraschungen, wenn unerwartete Funktionen zutage treten bzw. ausbleiben.

Die Funktionen bzw. Defizite koennen jedoch nicht waehrend des Fahrbetriebes geklaert werden, und weder Fahrer noch Fahrgaeste wissen, wie es jetzt mit der Funktion bestellt ist.

Eine ein- bis zweiseitige Dokumentation, die beschreibt, welche Funktionen verfuegbar sind, diente sowohl den Fahrern als auch Fahrgaesten zur Orientierung, eben diese Fehlfunktionen haben mich schon oefter in kritische Situationen gebracht, und eben darum meide ich, wann immer es geht, die Inanspruchnahme.

Mein letzter Versuch, eine solche Dokumentation zur Verfuegung gestellt zu bekommen und de Fahrer ebenfalls zu informieren, hat leider zu keienr Reaktion gefuehrt.

Welche Fehlfunktionen vorliegen, sollte jedoch inzwischen hinreichend bekannt sein, und abzuwarten, bis der TUEV die neue Software abgesegnet hat und diese eingespielt ist, bin ich nicht mehr laenger bereit, da mir die derzeitige Situation unertraeglcih viel abverlangt und mich auch der Fehlfunktion wegen in Gefahr bringt, wenn eine Tuer sich nicht wie erwartet oeffnet, ich aber, da ich an manchen Hasltestellen des Hoehenunterschiedes wegen die Bahn rueckwaerts verlassen muss, die Haltestangen nicht loslassen kann, um den Knopf zu betaetigen, da ich sonst, wenn die Tuer sich dann schneller oeffnet als ich wieder Halt habe, rueckwaerts aus der Bahn falle.

Sind denn die Knoepfe mit einem kapazitiven Sensor ausgestattet, der bei Betaetigung mit Handschuhen nicht funktioniert? Muss ich als Rollstuhlfahre immer zuerst die Handschuhe ausziehen, um einen Knopf zu druecken?

 

31. März 2009 um 17:30 Uhr.

Gerade heute hatte ich einen Termin bei Heag mobilo initiiert, nachdem ich seit ueber einem Jahr ueber dysfunktionale Haltesignaltaster klage, da bei den neuen Strassenbahnen in Darmstadt ein Fehler in der Software vorliegt, der Termin war im Endeffekt fuer die Katz, da nur vorgefuehrt wurde (allerdings nicht im richtigen Fahrbetrieb), dass alles wie gewuenscht funktioniere.

Meine Praxiserfahrungen beweisen hingegen immer wieder aufs Neue, dass es eben nicht funktioniert. Bei den Fahrzeugen 781, 783 und 785 habe ich bereits mehrfach ein Versagen des Fahrererrufsignaltasters erlebt, dieser blinkt dann rot "Bitte warten", ohne dass etwas passiert, der Fahrer registriert keinerlei Anfragen und reagiert auch nicht auf erneutes Drücken des Haltewunschknopfes, obwohl dieser laut Aussage von Frau Rautenberg das Schliessen der Tuer verhindern soll, bis der Fahrer dies explizit freigibt.

--

Auf der Hinfahrt zum Strassenbahndepot drueckte ich auf den Kinderwagenhalteknopf und auf den Fahrerruf, damit der Fahrer mir die Rampe rausklappte, was dieser aber ignorierte, woraufhin eine aeltere Frau anbot, ihm Bescheid zu geben.

Obwohl ich vehement ablehnte, da ich ja Beweise sammle, dass es nicht funktioniert, lief sie los, blieb aber an der Stufe haengen und fiel in den Gang und kam nicht mehr hoch, woraufhin der Fahrer doch noch aufmerksam wurde, ausstieg und hinten die Rampe rauskappen wollte, sich allerdings zum Abstuetzen mit einem Fuß auf die Rampe stellte, die er auszuklappen versuchte, es durch meinen Hinweis auf die Unmoeglichkeit seines Ansinnens doch noch schaffte und mich aufforderte, jetzt einfach rauszufahren.

Auf mein lautstarkes Verlangen, doch bitteschoen zuersteinmal der gestuerzten Frau aufzuhelfen, die nur seiner Reaktionslosigkeit wegen gestuerzt sei, packte er sie am Arm und zog sie hoch und wartete, dass sie sich jetzt ihre Taschen holen solle, die noch im Gang hinter der Stufe lagen, worauf ich ihn wiederum draengte, ihr doch behilflich zu sein …

Als wir dann beide gluecklich mehr oder weniger unbeschadet die Bahn verlassen hatten, sprach ich noch kurz mit ihr.

Obschon sie einen unerschuetterten Eindruck machte und auch sehr ruestig wirkte, stellte sich heraus, dass sie bereits 82 Jahre alt war.

Sollte sie oefter auf die Hilfe solches Fahrpersonales angewiesen sein, fuerchte ich fuer sie um Leib und Leben…

Liebe Frau Rautenberg,

leider befinde ich es inzwischen als unzumutbar demuetigend, dass ich mich immer wieder von Strassenbahnfahrern als bloed hinstellen lassen muss, weil ich augenscheinlich nicht in der Lage bin, einen Knopf zu druecken.

So geschehen Montag, 07.04.2008 17:07 Uhr Haltestelle Willy-Brand-Platz, Linie 4 oder 5, Richtung Kranichstein.

Um den Fahrer darauf hinzuweisen, dass ich an dieser Haltestelle aussteigen muss, betaetigte ich sowohl den "Kinderwagenknopf", den Tueroeffner (gelber Taster) als auch den roten Fahrer-Sprechtaster.
Als der Fahrer keine Anstalten machte, mir zu helfen, sondern die Tueren wieder schliessen wollte, um weiterzufahren, fuhr ich an die Tuer und blockierte die Lichtschanke und bat den Fahrer durch Rufen, mir die Rampe auszuklappen, da er, wie Sie mir berichtet haben, ueber einen Haken verfuegen sollte, mit dem man auch einen durch Verschmutzung festgeklemmten Griff betaetigen kann.

Kommentar des Fahrers: Ei ja, wenn Sie auf der Rampe stehen, kann man die ja nicht rausklappen.

mein Gedanke dazu: und wenn ich nicht da drauf stehe und die Lichtschranke blockiere, faehrt mich die Bahn bis nach Kranichstein, denn von selbst klappt da nix, sage aber nichts sondern fahre zurueck.

Fahrer: Sie muessen auf den Kinderwagenknopf druecken.

mein Kommentar: ich habe auf alle Knoepfe gedrueckt, derer ich habhaft werden konnte, aber die funktionieren nicht, die Firmen, die das geliefert haben, streiten sich noch, wer den Fehler beheben muss.

Fahrer: Jaja, die Firmen sind wieder dran schuld. Sie sind ja jetzt draussen.

Meinen Einwand, dass ich ja noch oefter aussteigen muesse und wie ich das denn kundtun solle, ignoriert er, da die Bahn ja weiterfahren muss und mein Ausstieg die Abfahrt ohnehin mehr als notwendig verzoegert hat, da er mir nicht gleich geholfen hat.

Auch sehe ich das nicht als meine Aufgabe an, jeden Fahrer detailliert darueber aufzuklaeren, dass diese Knoepfe nicht die ihnen zugedachte Funktion erfuellen, sondern erwarte das eigentlich von der HEAG:

-Schulung der Fahrer bezueglich der Notwendigkeit, die Rampe auszuklappen, das kann man nicht der anderen Fahrgaesten abverlangen

-Schulung der Fahrer bezueglich der dysfunktionalen Signaltaster, naemlich dass die Fahrer darueber aufgeklaert werden, dass der Kinderwagenknopf wohl das Haltesignal, jedoch nicht das Signal zur Tueroeffnung setzt und das manuell zu geschehen hat.

-Anweisung an die Fahrer, dass, wenn der Sprechknopf gedrueckt wird, eine Reaktion von ihnen erwartet wird und sie wenigstens einen Blick zu dem Knopf werfen, wer dort nach ihnen verlangt, vorallem, wenn sie gesehen haben, dass offensichtlich ein Rollstuhlfahrer eingestiegen ist.

Dass dies nicht die erste Konfrontation mit der unliebsamen Reaktion der Fahrer auf meinen Hinweis auf die marode Technik war, habe ich Ihnen ja bereits berichtet.  Und dass das genau der Grund dafuer ist, warum ich, wann immer es moeglich ist, die Benutzung der Rampe vermeide und lieber laengere Wartezeiten oder Fahrstrecken mit dem Rollstuhl in Kauf nehme, ebenfalls.

Aber leider Gottes bin ich ja nicht der einzige Rollstuhlfahrer, der auf die Nutzung der Bahnen angewiesen ist, wie Andere damit umgehen, weiss ich nicht, aber als unzumutbar werden diese Diskrepanz zwischen neuer Technik und Benutzerfreundlichkeit bestimmt viele empfinden.

Hiermit moechte ich Sie um eine klare Schnittstelle ersuchen, wie ich als Behinderter den Fahrer auf die Notwendigkeit einer Hilfeleistung hiweisen kann, und dass Sie mich auch als Fahrgast darueber informiert, welchen Knoepfen welche Funktion zugedacht ist und wie deren Benutzung denn funktionieren soll.



Bei Rueckfagen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfuegung

mit freundlichen Gruessen