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Kupfer

Es sieht hübsch aus, dieses rotgoldene, leuchtende Metall. Wegen seiner optimalen Dehn- und Leitungsfähigkeit wird es auch gern in Kabeln verwendet. Die Natur hat dem Element allerdings andere Aufgaben mitgegeben: Als Bestandteil wichtigster Enzyme ist Kupfer überall im Körper mit den unterschiedlichsten Aufgaben beschäftigt. Kupfer-Schmuck ist nicht nur sehr hübsch, dem metall werden im Volksmund auch heilende Kräfte nachgesagt. So soll das Tragen von Kupfer-Armreifen vor Gelenkerkrankungen schützen.

Die Kupfer-Verteilung im Körper:

Selen kann in höheren Konzentrationen giftig sein, geringste Unterschiede der Kupfer-Werte (also z.B. ein Zuviel oder Zuwenig) aber können uns bereits krank machen. Eine Sonderrolle spielt dabei das in Gehirnzellen enthaltene Kupfer. Von den etwa 120 Milligramm dieses Spurenelements in unserem Körper befinden sich drei Viertel in Knochen und Muskeln, zehn Prozent in der Leber und neun Prozent (also vergleichsweise sehr viel) in unserem Gehirn.

Interessant ist eine andere Statistik:

Auf das Gramm berechnet, enthalten unsere Finger- und Zehennägel am meisten Kupfer, danach folgen die Nieren, die Leber und das Gehirn. Kupfer-Mangel spielt in unserem Organismus eine untergeordnete Rolle. Bei falscher Ernährung (z.B. zuwenig Zink) steigen aber Kupfer-Konzentrationen an, mit am ehesten im Gehirn. Die Folge: nervöse Störungen je nach Ausmaß der erhöhten Metallwerte. Kupfer und Zink sind im Stoffwechsel Gegenspieler, die sich in Wirkung und Schaden ausbalancieren.

Kupfer in der Nahrung:

Am meisten Kupfer enthalten Schaltiere, Nüsse, Samen (z.B. auch Kakao), Gemüse, Leber und Nieren, vor allem aber unsere wichtigsten Spurenelementlieferanten Getreide und Naturreis. Ein Erwachsener nimmt pro Tag zwischen 1,5 und drei Milligramm Kupfer mit der Nahrung ein, genug um den täglichen Bedarf von ca. 0,5 bis 0,8 Milligramm zu decken.

Reich an Kupfer sind:

Vollkornprodukte, Samen, Nüsse, Naturreis, Leber, Nieren, Grünes Blattgemüse, Pilze, Tomaten, Kartoffeln, Fleisch.

Unter allen Früchten enthält Avocado am meisten Kupfer, Milch und Käse sind arm an diesem Mineral. Melasse (der Rückstand bei der Zuckergewinnung) und Bierhefe enthalten neben anderen wertvollen Spurenelementen auch sehr viel Kupfer.

Kupfer und andere Mineralien:

Das Element Kupfer kann es überhaupt nicht leiden, wenn bestimmte Konkurrenzmineralien im Stoffwechsel zu massiert auftreten. Umgekehrt mögen es andere Biostoffe nicht, wenn zuviel Kupfer in den Zellen oder auch im Blut auftaucht. Wegen dieser ständigen störenden Wechselbeziehungen haben eine reihe von Nährstoffen eine Konferenz abgehalten und sich auf Nährstoffrelationen verständigt, damit man sich gegenseitig nicht weh tut.

Wenn z.B. Kupfer fehlt, häuft sich Eisen in der leber an, und es kommt zu Eisenmangel-Anämie, einer Form von Blutarmut. Möglicherweise kann aber auch zuviel Kupfer Anämie hervorrufen. Auf jeden Fall ist die sensible Balance zwischen Eisen und Kupfer für unsere Gesundheit sehr wichtig. Zuviel Eisen (z.B. in Form von Tabletten) kann wiederum zu einer Unterversorgung von Kupfer führen. Die beiden Spurenelemente Eisen und Kupfer unterdrücken sich gegenseitig ebenso wie Zink und Kupfer. Wenn eine zeitlang zuviel Zink in den Körper gelangt, wird Kupfer in den Darmwänden gefangen und kann nicht verwertet werden. Dies kann unter Umständen passieren, wenn Zink-Tabletten als Nahrungsergänzung über längere Zeit eingenommen werden.

Das gesunde Getreide-Zink hingegen enthält Kupfer in einem natürlichen Verhältnis und garantiert somit sowohl ausreichend Zink als auch Kupfer für den Stoffwechsel.

Kupfer - der gute Freund in unserem Innern

Ganz auf sich allein gestellt, ist Kupfer wirkungslos. Wenn es sich jedoch mit bestimmten Eiweißstoffen verbindet und dabei z.B. Enzyme oder Bluttransportkörper bildet, wird es quicklebendig und sehr unternehmungslustig. Als teil eines Transportmoleküls greift es bereits außerhalb der Zellen Sauerstoffradikale an. Im Innern unserer 70 Billionen Körperzellen wird Kupfer vom Molekül eines starken Immunschutzkörpers umschlossen, der besonders gefährliche Freie Radikale beseitigt. In diesem Molekül kämpft Kupfer übrigens mit seinem Spurenelementbruder Zink Seite an Seite und ist darüber hinaus generell im Stoffwechsel auf ihn angewiesen. Das oben genannte Transportmolekül ist mit sechs, möglicherweise auch mit sieben Kupfer-Atomen aufgeladen; es sorgt dafür, dass Eisen aus seinen Lagerdepots geschafft und im Knochenmark an die Fabriken für rote Blutkörperchen ausgeliefert wird. Für Eisen ist Kupfer also ein ganz wichtiger Verbündeter. Ansonsten mischt Kupfer überall dort mit, wo wichtige Stoffwechselreaktionen anstehen.

Kupfer für das Äußere:

Die Zellen des Bindegewebes scheiden nämlich (wenn sie gut genährt sind) ständig ein Kupfer-Protein aus, das wie ein unermüdlicher Webstuhl Kollagen- und Elastinfasern miteinander verschweißt und verknüpft. Auf diese Weise sorgt Kupfer auch für die elastische Festigkeit aller unserer Blutgefäße. In der Haut wird das Farbpigment, das uns so schön bräunt, ebenfalls von einem Kupfer-Enzym gebaut. Dasselbe Enzym ist der Farbgeber für unsere Augen und unser Haar. Wenn unser vorher so schön blondes, braunes, rotes oder schwarzes auf einmal grau wird, fehlen die Pigmente - in manchen Fällen Ursache von Kupfer-Mangel, der schließlich auch spontan und kurzfristig auftreten kann. Andererseits hilft Kupfer auch beim Abbau überschüssiger Hormone, wie beispielsweise Histamin; dieser Eiweißstoff ist für lästige Schwellungen und Rötungen bei Entzündungen verantwortlich. Das Element wagt sich aber auch in die "Höhle des Löwen", nämlich mitten in die hinein in die Energiebrennkammern (Mitochondrien) unserer Körperzellen. Dort ist es Bestandteil eines Enzyms, das Biochemiker überhaupt als allerwichtigstes Enzym auf der Welt bezeichnen. Es ist nämlich Schaltstelle des explosiven Elektronentransports und ermöglicht die Bildung des Energiemoleküls ATP (Adenosintriphosphat). Je mehr ATP z.B. in unseren Muskeln steckt, desto kraftstrotzender sind wir, und desto besser sind wir drauf. Das Enzym mit seinen Kupfer-Anteilen ist verständlicherweise am höchsten in Herz- und in Gehirnzellen konzentriert, die ja nun auch tagaus, tagein am meisten leisten müssen.

Kupfer für das Innere:

Glück, jubelnde Lebensfreude, Euphorie, Begeisterung, Sichverlieben, Entzücken sind übrigens auch im Prinzip ganz simple biochemische Vorgänge, aufgebaut auf Eiweiß und Enzymen. Da gibt es im Gehirn und im Nervensystem einen Nervenleit- oder Reizstoff (Neurotransmitter) mit der Bezeichnung "Dopamin", der uns in eine friedlich-heitere, harmonische Stimmungslage versetzt. Dopamin ist aber auch Vorstufe eines anderen Nervenleitstoffs, nämlich des Noradrenalins, des eigentlichen "Happy-Machers". Für den Stoffwechsel ist es ein Klacks, innerhalb von Zehntelsekunden in Milliarden Gehirn- und Nervenzellen aus Dopamin Noradrenalin zu machen, also unsere Stimmungslage von behaglicher Zufriedenheit zu optimistischer Begeisterung zu steigern. Dazu wiederum ist allerdings ein Enzym notwendig, das (so ganz genau weiß man es nicht) zwei oder vier, wahrscheinlich aber sogar acht Kupfer-Atome enthält. Was übrigens ganz interessant ist: Das Enzym ist auch im Nebennierenmark konzentriert, wo es Adrenalin herstellt, ebenfalls ein wichtiges Stresshormon, das wach und konzentriert macht. Im Gegensatz zu dem in Gehirn und Nerven synthetisierten Noradrenalin macht Adrenalin aber nicht gleichzeitig euphorisch. Es ist immer wieder höchst interessant zu sehen, wie Biostoffe im Verbund unseren Körper und unsere Seele in Schuß halten.

Eine Sonderrolle für die Nerven:

Je nachdem, wie hoch die Konzentrationen sind, hilft oder schadet Kupfer den nerven. Das Mineral ist z.B. maßgeblich am Bau und beständigen Neuaufbau der Schutzschicht der Nervenzelle beteiligt. Das ist eine ölig-feuchte haut, die wie ein betriebsamer Empfangsbahnhof für eintreffende Nährstoffe und andere Biosubstanzen dient und die zelle gleichzeitig vor attackierenden Krankheitserregern schützt. Von ganz entscheidender Bedeutung für unsere Nervenlage ist der Feuchtigkeitsgrad dieser Schicht, für den ein Kupfer-Enzym mitverantwortlich ist. Mitunter haben wir typischen Mitteleuropäer jahrelang ausreichend Kupfer in uns, dann aber wieder kann es sein, dass irgendwann mal ein paar Wochen oder Tage lang überhaupt kein Kupfer auf dem Teller liegt. Dann wird's allerdings gefährlich: Die Schutzschichten aller Nervenzellen verdünnen sich gleichzeitig, und es besteht die Riesengefahr von Nervenentzündungen oder auch von Gewebstod im Nervengewebe mit schweren bis schwersten Symptomen. Deshalb dürfen wir unsere Kupfer-Versorgung nie auf die leichte Schulter nehmen - ein Grund mehr, seinen Speiseplan stets auf dem Katalog gesunder Nahrungsmittel aufzubauen: Vollkornprodukte, Salat, Rohkost, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Naturreis, Eier, Käse, Fleisch, Fisch, Geflügel.

Zuviel Kupfer kann schädlich sein:

Wir alle kennen das Gefühl von Vitalität und Lebensfreude nach einem ausgiebigen Sonnenbad. Es rührt daher, dass überschüssiges Kupfer bei der Produktion von Hautpigmenten verbraucht wird. Gehirn und Nerven befreien sich dabei von einem Spurenelement, das in zu hoher Konzentration nervös und sogar unglücklich macht.

Folgen von zuviel Kupfer:

Bluthochdruck, Nierenleiden, Psychische Störungen.

Mit den in Spuren vorkommenden Nahrungsmetallen ist nämlich nicht zu spaßen. Die giftigen Schwermetalle, Blei, Cadmium, Quecksilber und auch Kupfer reichern sich mit zunehmendem Alter in Körperzellen an und verursachen Krankheiten.

Erhöhte Kupfer-Werte:

Die Leber von Neugeborenen enthält bis zu siebenmal mehr Kupfer als die Leber eines Erwachsenen. Es dauert bis zu 15 Jahre, bis die Kupfer-Konzentrationen auf ein Normalmaß abgesunken sind. Entsprechend sind auch die Lebern von Jungtieren(z.B. Kalb) mit überhohen Kupfer-Werten angereichert - ein Grund, solche Lebensmittel in Maßen zu essen. Ursache erhöhter Kupfer-Werte ist indes äußerst selten zuviel Kupfer auf dem Teller, vielmehr zuwenig Zink in der Nahrung. Ohne Zink binden sich Schwermetalle in Zellen, ohne dass wir es merken. Wenn bestimmte Zink-Enzyme im Gehirn fehlen, können verbrauchte Eiweißstoffe nicht ausreichend abgebaut werden: Der Umsatz wichtiger Nervenreizstoffe wie z.B. Serotonin ( für Gelassenheit, innere Ruhe, Schlaf) sinkt, und die Kupfer-Konzentrationen steigen. Ähnlich wirkt überschüssiges Kupfer bei anderen Nervenstoffen wie z.B. Histamin, einem unerlässlichen Biofutter für das Gehirn.

Zuviel Kupfer bremst im Fall von Schwangerschaften die Eisen-Verwertung mit der Folge bestimmter Formen von Anämie. Wenn die vom Arzt verordnete Eisen-Substitution nicht greift, ist dies manchmal Indiz für krankhaft überhöhte Kupfer-Ansammlungen - mögliche Ursache dafür, dass Frauen nach der Entbindung oft unter depressiven Verstimmungen und einer Art seelischen Leere leiden. Weiterer ungebremster Zustrom von Kupfer in Gehirnzellen kann zu schweren psychischen Krankheiten wie z.B. Schizophrenie führen.