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wieso Zink wichtig ist

und wie man es dem Körper zuführen kann:

Unser Körper enthält nicht mehr als einen halben Teelöffel Zink - und doch ist dieses Spurenelement in jeder unserer 70 Billionen Körperzellen enthalten. Das Metall ist sogar so etwas wie der heimliche Herrscher über Körperzellen, denn es ist u.a. Teil des Zellgerüsts. Zwei Drittel unseres Körper-Zinks steckt in den Muskeln, das restliche Drittel hauptsächlich in der Haut, dem Haar, den Nägeln sowie interessanterweise der Hornhaut, Netzhaut des Auges und in den Sexualorganen. Das Element Zink ist in über 100 Enzymen im Körper enthalten oder an ihrer Arbeit beteiligt. Das bedeutet, dass ohne Zink im Körper ein erheblicher Teil aller Reaktionen im Zellstoffwechsel erlöschen würde und wir schnell sterben würden. Weil das Spurenelement in allen Zellen wirkt, wirkt sich ein Mangel auch in mannigfaltigen Symptomen aus.

Sehr häufig werden Patienten wegen eines oder mehrerer Einzelsymptome langwierig (oft erfolglos) mit Medikamenten behandelt, obwohl ihnen lediglich Zink fehlt. Entscheidend ist dabei weniger der im Blutbild des Arztes oder des Blutlabors auftauchende Zink-Wert, sondern vor allem die Zink-Konzentration im Innern der Zelle, wo äußerst stoffwechselaktive "Werkstätten" eingelagert sind. Dementsprechend lassen sich Zink-Mangelzustände nicht von heute auf morgen beheben, wie dies z.B. bei Vitamin-C-Mangel durch frisches, saures Obst der Fall ist.

Die Warnzeichen bei Zinkmangel:

Müdigkeit, mangelnde Stressabwehr, Infektanfälligkeit, verzögerte Wundheilung, Potenzstörungen, Dehnstreifen in der Haut, brüchige Nägel, brüchiges Haar, Haarausfall, Mangel an Haarpigment, Menstruationsstörungen, Hautkrankheiten, Nachtblindheit, Appetitmangel, Wachstumsstörungen, Zwergwuchs, ungenügende Ausbildung der Geschlechtsmerkmale, Hautrisse, mangelnde Geschmacksempfindung, Libidomangel,

innere Augenverletzungen, Angstzustände, depressive Verstimmungen, anhaltende Augentrockenheit, Antriebsmangel, Verwirrungszustände, Gliederzittern, Bewegungs- und Gehschwierigkeiten, Sprachstörungen, Alterserscheinungen.

Der Weg in den Körper:

Ähnlich wie sein großer Bruder Kalzium hat es auch das Mineral Zink sehr schwer, Zugang in die abenteuerliche Welt des Stoffwechsels zu finden. So ein armes Zink-Atom muß da über Hürden und Hindernisse klettern, muß andere Nährstoffe um Beistand anflehen, lebt ständig in der Sorge, von irgendwelchen Molekülen gefangen und aus dem Körper gespült zu werden. Die Zink-Konzentrationen in Lebensmitteln sind sehr unterschiedlich (Muscheln, Schnecken usw.) sowie Rindfleisch oder überhaupt rotes Fleisch sind zinkreich, ebenso wie Getreide. Damit ist das volle Korn gemeint, denn die Zink-Atome sammeln sich in Schale und Keimling. Wenn das Getreide als Weißmehl aus der Mühle kommt, sind 85 Prozent Zink futsch. Auch Nüsse und Hülsenfrüchte enthalten viel von dem Spurenelement. Wenn wir einen Bissen kauen und schlucken, sind Millionen Zink-Atome drin, aber ob die den Weg durch die Darmschleimhaut ins Blut finden, ist eine andere Frage. Zink ist nämlich sehr davon abhängig, welche Nährstoffe noch in diesem Bissen enthalten sind, die das Mineral entweder löslich oder aber unlöslich machen.. Das Zink in Meeresfrüchten, Fischen, Fleisch, Leber und Eiern wird deshalb ausgezeichnet verwertet, weil in diesen Lebensmitteln viele Eiweißbausteine enthalten sind, die mit Zink zusammen stabile Komplexe bilden. Auf dem Trittbrett dieser Eiweißstoffe schlüpft Zink problemlos durch die winzigen Darmkanälchen ins Blut. Im Gegensatz zu den tierischen Eiweißbausteinen enthalten Getreide, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß (wie z.B. Soja) pflanzliche Säuren, die mit Zink unlösliche Komplexe bilden. Von dem vielen schönen Getreide-Zink gelangt also immer nur ein Teil ins Blut. Vegetarier kommen in bezug auf Zink trotzdem besser weg als der Genießer von typischem westlichen Fast food und Junk food, weil ihre Nahrung insgesamt viel reicher an Spurenelementen ist.

Konkurrenzkampf:

Im Darm konkurriert Zink mit einigen anderen Mineralien um den Zugang ins Blut. Hinzu kommt, dass Mineralien wie z.B. Zink und Eisen jeweils denselben Proteinträger brauchen, also dieselbe Fähre für die Wasserfahrt durch die Darmkanälchen ins Blut - einer der Gründe, weshalb es Vitamine wesentlich leichter haben als Mineralien, ins Blut und zu den Zellen zu gelangen.. Wenn wir zuwenig Zink mit unserer Nahrung aufnehmen, kann es sogar passieren, dass das B-Vitamin Folsäure die Zink-Aufnahme ins Blut in nicht unerheblichem Maße bremst.

Aufgaben in der Zelle:

Jede unserer Körperzellen ist von einer schützenden Schicht umgeben. Die ist ölig-feucht, und es wimmelt darin von Leben wie auf einem betriebsamen Markt oder Hafen. Enzyme, Eiweiße, Immunkörper und viele andere Substanzen tummeln sich hier auf allerengstem Raum. Von der Zellschutzschicht aus wird das große Zellinnere versorgt. Ohne das Spurenelement Zink herrschte hier, in und auf der Schutzschale, das reinste Chaos. Denn Zink stabilisiert die Schutzschicht, achtet darauf, dass keine "Freibeuter", also keine Fremdmoleküle anlegen, und ist auch selbst aktiver Bestandteil von Radikalefängern, die zerstörerische Substanzen abwehren.

Auch im Innern der Zelle sorgt Zink für Festigkeit, für die kräftige Struktur der Ribonukleinsäuren und Desoxyribonukleinsäuren (DNS), die unsere Erbanlagen speichern. Sogenannte Zink-Finger an Genen und Chromosomen steuern die Wirkungsweise der DNS, sorgen auch dafür, dass wechselweise Zink-Überschüsse und Zink-Mangel in der Nahrung sich nicht irritierend auf die Arbeit der DNS auswirken. Nur so können sich Zellkerne oder auch einzelne Teile von Zellen immer wieder regenerieren - allererste Voraussetzung dafür, dass wir gesund bleiben, nicht zu früh altern oder gar sterben.

Eine ganz wichtige Funktion erfüllt Zink als Enzymspender beim bau praktisch aller wichtigen Hormone wie z.B. des Wachstumshormons, der Schilddrüsenhormone, Liebes- und Fortpflanzungshormone der Hirnanhangdrüse, aber auch von Cortisol, einem entzündungshemmenden Stresshormon.

Zinkabhängige Enzyme tragen in unserem Körper in jeder Sekunde zu unvorstellbar vielen chemischen Reaktionen bei, und zwar beim Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel, beim Abbau und Zusammenbau von Eiweißmolekülen, der Produktion roter Blutkörperchen, vor allem auch bei der "Wartung" und Gesunderhaltung von Haut und Bauchspeicheldrüse. Zahllose weitere Funktionen erfüllt dieses tüchtige Spuren-Element, nur um uns gesund zu erhalten: Entgiftung von Alkohol in der Leber, Herstellung von Vitamin A, Bau des Sehpurpurs im Auge.

Zink ist darüber hinaus der Stoff, der uns wach und konzentriert macht, er aktiviert nämlich ein Konzentrationshormon aus der Hirnanhangsdrüse. Alles leben auf der Erde wird frühmorgens durch dieses Hormon geweckt und sofort in den für die Lebensfähigkeit wichtigen hellwachen Zustand versetzt. Stets gleichzeitig mit diesem Hormon erfolgt der Ausstoß des Euphoriepeptids Beta-Endorphin, das optimistisch und angriffslustig auf den beginnenden Tag einstimmt. Schließlich ist das Spurenelement noch Hauptstreiter im Immunsystem, es hilft beim Bewaffnen und bei der Schlagkraft der vielen unterschiedlichen weißen Blutkörperchen mit.