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Molybdän als Lebensspender

Das Metall ist silbriggrau, hart und spröde, ideal als Legierung um z.B. Sägeblätter härter, schärfer und widerstandsfähiger zu machen. Auf die Idee, dass es für den Organismus nützlich sein könnte, kamen Stoffwechselexperten denn auch erst spät, nämlich im Jahr 1953. Sie wunderten sich schon lange darüber, dass das metall in praktisch allen pflanzlichen und tierischen Geweben enthalten ist.

Dabei stecken in unserem Körper nur verschwindend geringe Mengen von Molybdän, im Gegensatz zu dem ebenfalls sehr seltenen Spurenelement Kupfer, das in 500fach höherer Konzentration in unserem Blut kreist. Ohne Molybdän werden wir aber krank, wir brauchen täglich wenigstens den fünften teil eines tausendstel Gramm.

Enzyme aus der Erdkruste:

In Currywurst mit Pommes, typischen Mikrowellengerichten, Kuchen und Süßigkeiten findet man die kostbaren Molybdän-Atome noch nicht mal mit dem Elektronen-Mikroskop. Das Spurenelement ist nämlich nur im Wertvollsten eingeschlossen, was die Natur uns bietet: in den Keimlingen des Getreidekorns oder überhaupt in allen Samen für neues Leben, beispielsweise in guter Konzentration in Bohnen. Das ganze Molybdän in sonst sehr nährstoffreichen Zuckerrüben steckt in der Melasse, dem sogenannten Abfall. Und bei der Mehlerzeugung wird ebenfalls alles Molybdän abgetrennt. So schleicht sich bei vielen von uns über Jahre hinweg ein verhängnisvoller Molybdän-Mangel ein - mit beträchtlichen Folgen.

Wissenswertes über Molybdän:

Das Spurenelement brauchen wir nur in verschwindend geringen Mengen. Trotzdem ist es in jeder Zelle Teil allerwichtigster lebenserhaltender Enzyme.

Alles, was in unserem Stoffwechsel mit Eisen, Kupfer, Schwefel sowie schwefelhaltigem Eiweiß zusammenhängt, ist in höchstem Grad von der Gegenwart des Molybdäns abhängig.

Falsche Ernährung (Kantinenessen, Mikro-, Dosen- und Fertiggerichte usw.) führt über Jahre hinweg zu Molybdän-Mangel.

Besonders reich an diesem Enzymspender sind Vollkorn, Naturreis, Hülsenfrüchte, Milch und Käse.

Bindeglied für andere:

Molybdän hat sich in Jahrmillionen in unserem Stoffwechsel mit den Mineralien Schwefel, Eisen und Kupfer angefreundet, arbeitet mit ihnen eng zusammen. Wir können also z. B. Eisen-Tabletten schlucken soviel wir wollen - darüber freut sich die Pharmaindustrie, für unsere Körperzellen ist dieses Eisen ohne Molybdän praktisch nur Schrott. Molybdän ist Teil mehrerer wichtiger Enzyme für die Schwefel-Verwertung, den Purinstoffwechsel und vor allem auch für die Funktion der Energieprozesse in allen Zellen. Die Molybdän-Enzyme sind sehr labil und verletzlich, sie zerfallen schnell, und ihre exakte Molekülstruktur kann nie definitiv erfasst werden.

Beim Stoffwechsel aller schwefelhaltigen Eiweißbausteine (Aminosäuren) geht jedoch ohne Molybdän gar nichts. Man kann dies vergleichen mit einem nagelneuen Luxusauto ohne Batterie bzw.- mit einer Batterie, die nicht angeklemmt ist. Das Auto ist unser Stoffwechsel, und die Batterieklemme ist das Molybdän-Atom. So phantastisch die komplizierte Maschinerie auch in Schuß sein mag - ohne das unabdingbare zusätzliche Element bleibt sie tot. Molybdän greift nach neuen Erkenntnissen tief in das lebendige Geschehen in den "Bahnhöfen" von Körperzellen - übrigens auch in den Hunderttausenden Nährstoffempfangsstationen im Innern einer jeden Zelle - ein. Hier regiert ein Kosmos an Rezeptoren (Reisaufnahmeplätzen), Schaltstellen, Enzymen, hormonähnlichen Botenstoffen - und dies ist die eigentliche Heimat des faszinierenden Metalls Molybdän. Eine besondere Vorliebe zeigt das Atom für Hormone wie z.B. Cortisol, die entzündungshemmend wirken und uns eng gegen Streß wappnen.

Ich weiß nicht, aber Vollwertnahrung scheint doch was für sich zu haben;-)...