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Ursache und aussichtsreichste Behandlung

Multiple Sklerose Wahrscheinliche Ursache und aussichtsreichste Behandlung

von Ashton F. Embry

übersetzt von Detlef Neumann

 

I. Übersicht

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung bei welcher das Immunsystem das Gewebe des Zentralnervensystems schädigt. Die Krankheit resultiert sowohl aus genetischen wie äußeren Faktoren. Studien an eineiigen Zwillingen weisen nach, daß die MS sich nur bei genetisch empfänglichen Individuen in Verbindung mit ein oder mehreren äußeren Einflüssen entwickelt.

 

Die Verbreitung der MS schafft eine Anzahl wichtiger Eingrenzungen für die Deutung des äußeren Faktors, der als die Hauptursache der MS betrachtet werden kann. Die Krankheit hat eine sehr ungleiche geographische Ausbreitung und tritt vor allem in den USA, Kanada, Westeuropa, Neuseeland und Australien auf, wo die Häufigkeit generell größer als 50 pro 100.000 Einwohnern ist. In diesen Zonen gibt es auch ein bemerkenswertes Nord/Süd-Gefälle mit größerer MS-Häufigkeit in breitengradmäßig höheren, gemäßigten Gegenden. Auch innerhalb einzelner Länder gibt es signifikante Unterschiede in MS-Häufigkeit und Auftreten.

Andere wichtige Eingrenzungen sind der plötzliche Anstieg des Auftretens auf den Faröer-Inseln nach der Besetzung durch britische Truppen im Zweiten Weltkrieg und die Tatsache daß der Wohnsitz Hawaii das Risiko von MS für Menschen japanischer Abstammung vermehrt, während es gleichzeitig das Risiko für Weiße europäischer Abkunft verringert. Studien haben auch ergeben, daß MS nicht durch Kontakt von Mensch zu Mensch oder Bluttransfusionen übertragen werden kann. Endlich ist die MS eine moderne Krankheit, die vor etwa 175 Jahren erschien. Das Auftreten hat seither ständig zugenommen.

Die verschiedentlich vermuteten äußeren Ursachen der MS können mit den Daten der Häufigkeit des Auftretens verglichen werden, um zu sehen, ob sie mit den verschiedenen Eingrenzungen übereinstimmen. Bis auf eine können alle vermuteten Ursachen, einschließlich die eines spezifischen Erregers (Virus oder Bakterie) oder eines allgemeinen Erregers (z.B. Grippevirus) ausgeschlossen werden, entsprechend ihrer Unvereinbarkeit mit den gesicherten Erkenntnissen. Der einzige äußere Faktor, der vernünftigermaßen alle Auftretenseinschränkungen deckt, ist die Ernährung.

 

Das hauptsächliche Fortschreiten der MS beruht auf Zerstörungen der Blut-Hirn-Schranke (BHS) und dem Eindringen von aktivierten und inaktivierten Immunzellen ins Zentralnervensystem (ZNS). Diese Zellen verursachen eine Vielzahl von Immunreaktionen, die schließlich die Myelinhülle um die Nervenstränge zerstören. Der Myelinverlust wirkt sich in verschiedenen körperlichen Ausfällen aus, die mit fortschreitender Zerstörung des Myelins zunehmen.

 

Die Ernährungsfaktoren, die sich in solchen Krankheitsfortschritten auswirken können, sind die Aufnahme von Hypersensibilität erzeugender Nahrung und große Mengen gesättigter Fettsäuren.

Nahrungshypersensibilitäten reduzieren die Wirksamkeit der Blut-Hirn-Schranke durch Typ I- (Aktivierung von Basophilen und Mastzellen) und Typ III- (Außerkraftsetzung von Immunkomplexen) -Reaktionen. T-Zellen werden gegen ZNS-Proteine (Typ IV-Reaktion) sowohl durch molekulare Mimikry von ZNS-eigenem Protein mit Nahrungsproteinen außerhalb des ZNS aktiviert als auch durch die Herausstellung autoreaktiver T-Zellen durch früher abgelegte ZNS-Proteine und der nachfolgenden Passage von Immunelementen durch die geschädigte BHS. Gesättigte Fette tragen zum Krankheitsprozess bei, indem sie die Bildung von Mikroembolien fördern, die ebenfalls die BHS schädigen.

 

Sehr viele Einzelfallergebnisse zeigen, daß viele Patienten entweder eine dauernde Remission oder eine signifikante Verlangsamung des Krankheitsprozesses erreichen konnten, indem sie ihre Ernährung umstellten unter Einbeziehung des Weglassens Hypersensibilität auslösender Nahrungsmittel und einer weitgehenden Reduzierung der Aufnahme von gesättigten Fetten.

 

Die gebräuchlichsten Nahrungsmittel die Immunreaktionen auslösen und schließlich die MS sind Milchprodukte, Getreide, Eier, Hefe und Hülsenfrüchte. All diese Nahrungsmittel sind verhältnismäßig neu in die menschliche Ernährung eingeführt worden und sind für manche Individuen genetisch schwer zu tolerieren. Das stetig anwachsende Auftreten der MS in den letzten 50 Jahren hängt von der stark vermehrten Aufnahme dieser problematischen Nahrungsmittel durch die Beliebtheit von "fast food" ab.

 

Die wirksamste Behandlung der MS ist die Vermeidung aller Milchprodukte, Getreide, Eier, Hefe und Hülsenfrüchte, sowie aller Nahrungsmittel, die sich nach einem Blut-Allergietest für IgE und IgG4 als Hypersensibilität auslösend erweisen. Die Aufnahme von gesättigten Fetten sollte auf weniger als 15 Gramm am Tag begrenzt werden, während die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fetten, sowohl Omega 3- als auch Omega 6- Fettsäuren enthaltend, gesteigert werden sollte. Eine Anzahl von unterstützenden Mitteln wie Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und Öle sind ebenso notwendig zum Heilen und Stärken von BHS, ZNS-Gewebe, Immunzellen und Darmwand. Strenges Einhalten dieser Diätvorschriften werden sicherlich in hohem Maße Schübe verringern oder ganz abschaffen und zu einer teilweisen oder vollständigen Wiederherstellung führen.

 

Gegenwärtig wird hinsichtlich der Beziehung zwischen Ernährungsfaktoren und der MS keinerlei Forschung gefördert oder unternommen. Das ist sehr bedauerlich und sicherlich nicht im besten Interesse von MS-Patienten. Die Offiziellen von MS-Gesellschaften müssen über die äußerst wichtigen Zusammenhänge zwischen Ernährung und der MS informiert werden und über die große Notwendigkeit der Unterstützung von Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet. Ein größerer klinischer Versuch, der die Wirksamkeit einer Diät, die frei von Hypersensibilität hervorrufenden Nahrungsmitteln und arm an gesättigten Fetten ist, wird dringend benötigt.