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II. Einführung

Im Juni 1995 wurde bei meinem 18 Jahre alten Sohn Multiple Sklerose diagnostiziert und einen Monat später durch eine Kernspintomographie bestätigt. Seit dieser Zeit habe ich zu verschiedensten Aspekten dieses Themas Bücher , Kongressberichte und Journalbeiträge sowie viele informative Internetseiten gelesen. Seit den späten sechziger Jahren bin ich Wissenschaftler in der geologischen Forschung, und das kam mir sehr zugute um die umfangreichen Erhebungen und vielen Deutungen und Spekulationen, die ich über MS in der Literatur fand, zu analysieren. In der Geologie habe ich mich hauptsächlich mit großen, vielschichtigen Problemen beschäftigt (z.B. der Entstehung des arktischen Ozeans, die Erdgeschichte der kanadischen Arktis über eine Zeitspanne von über 200 Millionen Jahren) für welche unterschiedliche und in der Hauptsache Indizienbeweise zu erhalten sind. Ich habe einen Großteil meiner Berufslaufbahn damit verbracht, umfangreiche, divergierende und manchmal sich widersprechende Datenreihen zu Hypothesen und Theorien der Erdgeschichte zu vereinen. In der Geologie sind wir niemals absolut sicher, daß wir die "richtige" Antwort haben, aber wir schrecken nie davor zurück, eine Deutung zu versuchen. Dazu wählen wir die einfachste Hypothese, die die Erkenntnisse abdeckt. Diese Hypothese wird zur akzeptierten richtigen Antwort ("Wahrheit"), bis eine bessere (einfachere) Hypothese vorgeschlagen wird oder neue Erkenntnisse eine Modifikation oder gar vollständige Zurückweisung der gegenwärtig gültigen Antwort verlangt. Ich habe diesen Hintergrund herausgestellt, weil das Angehen eines Geologen an ein weitgefächertes, umfangreiches Problem wie die MS es ist, sich wesentlich von dem des Mediziners unterscheidet. In der medizinischen Forschung scheint es nur eine "100% sichere Erklärungs-" oder "weiß nicht" - Methode zu geben.

 

Mein Herangehen an das Problem der MS war, zu versuchen, die wahrscheinlichste Ursache der Krankheit zu finden, indem ich die veröffentlichten Erkenntnisse zur MS-Verbreitung (wer bekommt sie und wer nicht), der MS-Pathogenese (wie die Schädigung im Körper geschieht) und der MS-Genesung (wer hat eine Verbesserung erreicht und wodurch). Überraschenderweise konnte ich nicht einen einzigen Artikel oder ein Buch finden, das diesselbe systematische Methode anwandte um das Rätsel der MS zu lösen.

 

Die relevanten Erkenntnisse zur MS-Verbreitung werden im ersten Hauptteil aufgezeigt. Im nächsten Teil werden alle angenommenen Ursachen aufgelistet und jede wird mit den einschränkenden Erkenntnissen über das Auftreten der Krankheit verglichen, um zu sehen, ob sie sich im einzelnen damit decken oder als mögliche Ursache zurückgewiesen werden müssen. Dies hat zur Isolierung eines einzigen Faktors geführt, der alle Eingrenzungen zufriedenstellend abdeckt, nämlich die Ernährung.

 

Der grundsätzliche Krankheitsprozess (Pathogenese) wird im nächsten Teil dargestellt. Darauf wird diskutiert und aufgezeigt wie sich Ernährungsfaktoren in das bekannte Krankheitsgeschehen einfügen. Schließlich wird eine Anzahl von Einzelfällen dargestellt, bei denen eine Besserung erreicht wurde, und es wird gezeigt, daß eine Ernährungsumstellung die Hauptrolle in jedem dieser Fälle von Verbesserung spielte. Dieser Teil wird abgeschlossen mit einem persönlichen Bericht jüngsten Datums über eine eindrucksvolle Besserung, die aufgrund von Vorschlägen zur Nahrungsumstellung in einer früheren Version dieses Essays erreicht wurden.

 

Der nächste Teil des Aufsatzes befaßt sich mit einem Behandlungsvorschlag, der sich auf die Notwendigkeit gründet, krankheitsverstärkende Nahrungsmittel herauszufinden und sie aus dem Speiseplan zu streichen. Die Behandlung, die aus einer Nahrungsumstellung und unterstützenden Gaben besteht, gleicht die Wirkungen einer krankmachender Ernährung aus und hilft die bereits erworbenen Schäden zu lindern. Weitere äußere Faktoren, die möglicherweise die MS beeinflussen, sowie andere Behandlungsmöglichkeiten, die hilfreich sein könnten, werden ebenfalls in diesem Abschnitt diskutiert.

 

Ich beschließe den Essay mit meiner persönlichen Sicht der gegenwärtigen Unzulänglichkeit in den MS-Forschungsbemühungen und was ich für dringend nötig erachte, diesen unseligen Zustand zu ändern. Ich muß betonen, daß dies meine beste Erklärung aller gefundenen Erkenntnisse darstellt und daß sie offen für eine Revision oder eine Ablehnung ist, wenn weitere Erkenntnisse erreicht werden. Der Leser wird ermutigt meine Argumente und Erklärungen kritisch abzuwägen und zu entscheiden, ob meine Schlußfolgerungen von Wert sind oder nicht.