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XII. MS und spezifische Nahrungsmitteltypen

Es scheint so, als ob spezifische Nahrungsmitteltypen am ehesten dafür verantwortlich sind, verschiedene hypersensible Reaktionen auszulösen, die zu MS führen. Solche Nahrungsmittel sind Milchprodukte, Getreide, Eier, Hefe und Hülsenfrüchte. Der Nachweis, der dies stützt, kommt von den früher angeführten statistischen Studien über Nahrungskonsum und MS-Verbreitung (z.B. Malosse u.a., 1992) und die reichlichen Fallbeschreibungen (z.B. MacDougall, 1980). Wie von Eaton und Konner (1985) angemerkt, wurden diese Nahrungsmitteltypen, genau wie substantielle gesättigte Fette, im Verhältnis zu unserer zwei Millionen Jahre umfassenden Entwicklungsgeschichte relativ spät der menschlichen Ernährung beigefügt. Unsere entfernten Ahnen konsumierten solche Nahrungsmittel nicht und litten auch nicht an den meisten der Zivilisationskrankheiten, eingeschlossen der MS, die heute in westlichen Gesellschaften alltäglich sind. Es scheint, als ob die Menschen gegenüber diesen "kürzlich" eingeführten Nahrungsmittel genetisch weniger tolerant sind, was bei genetisch empfänglichen Personen in Gesellschaften, die große Mengen davon konsumieren eine große Vielzahl von Gesundheitsproblemen verursacht (z.B. Herzkrankheiten, Schlaganfall, Krebs, Autoimmunkrankheiten) (Eaton & Konner, 1985).

 

Für mich ist die beste Erklärung für das Erscheinen und die stetige Zunahme von MS in den westlichen Gesellschaften die gleichzeitige, während der letzten 150 Jahre kontinuierliche Zunahme des Konsums der "neuen, genetisch schwer verdaulichen" Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Getreide, Eier, Hefe, Hülsenfrüchte und gesättigte Fette. Obwohl diese "neuen" potentiell problematischen Nahrungsmittel über Tausende von Jahren gegessen worden sind, geschieht es doch erst seit kurzem, daß große Mengen davon konsumiert werden, so daß damit die Toleranzschwelle für viele genetisch empfängliche Individuen überschritten wird. Später wird eine mögliche Behandlung der MS vorgestellt, die auf den Schlußfolgerungen von Eaton & Konner (1985) basiert. - Die Ernährungsweise unserer Ahnen ist vielleicht der beste Schutz gegen die Zivilisationskrankheiten.