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Das Geld anderer Leute.

Wir fassen zusammen: In Zeiten klammer Kassen leistet sich die Bundesrepublik Deutschland Verwaltungsausgaben von rund 500 Mio. EUR zur Erzielung von Einnahmen im ambulanten Be­reich von weniger als 21 Mio. EUR. Sie belastet dadurch den Staatshaushalt jährlich mit rund 480 Mio. EUR. Geld, das aus Steuermitteln aufgebracht werden muss und an anderer Stelle, wie bei der Sicherstellung des Wunsch- und Wahlrechts, dringend benötigt wird.

Gnadenlos.

Wenn man sieht, mit welch unverfrorener Kaltschna:uzigkeit die Bundesregierung die auf Assistenz angewiesenen Schwerbehinderten seit Jahrzehnten ausplu:ndert, die eigenen Landsleute, gerade die, die es am allerschlimmsten getroffen hat bzgl. der Einschra:nkungen der Lebensqualita:t. Ja? Dann wird man doch erahnen ko:nnen, wieviel Menschlichkeit in eine Lo:sung der Kriegsvertriebenenfrage investiert wird! Ja? Rentabilita:t ist das einzige, was den #großkopferten wichtig ist.

Niedertra:chtig

Das was wir ernten ist das was wir sa:en. Verdoppelung der Waffenexporte zum Wohle der Ru:stungsindustry - der Todesmaschinerie - wirkt sich als Du:nger auf den Kriegs- & Elendsflu:chtlingstrom, den wir ducrh jahrzehntelange Ausbeutung & Vergiftung dieser La:nder generieren!!

teilhabegesetz - von Geldsorgen befreit - einfach enteignet!

Das nun folgende hört sich möglicherweise wie Satire an 
(mp3-version)
, wird aber bittere Realität, wenn das Bundesteilhabegesetz in der Version vom 26.04.2016 in Kraft tritt. 

Berater: herzlich willkommen in unserer nagelneuen unabhängigen Beratungsstelle, die uns dank des Bundesteilhabegesetzes jetzt ermöglicht sie vollumfänglich zu beraten. Gut, dass sie jetzt schon kommen, wir sind nämlich bereits so gut wie ausgebucht und das Projekt der unabhängigen Beratungsstellen läuft schließlich nur bis 2022. 

Herr Meyer: Ja, guten Tag, ich bin wirklich sehr froh, dass es jetzt so etwas gibt, denn schließlich werde ich nach meinem schweren Unfall demnächst entlassen und möchte gerne wissen, wie es weitergeht. 

Berater: Ja, da habe ich ein tolles Angebot für Sie. Wir haben einen sehr schönen Heimplatz für sie, ist gerade freigeworden. Da haben sie direkt ihre Rundumversorgung all inclusive. Da brauchen Sie sich um nichts mehr kümmern. 

Herr Meyer: naja, das ist jetzt eigentlich nicht das, was ich wollte. Schließlich habe ich Familie und Kinder und würde eigentlich lieber zu Hause leben.

Berater: klar, davon wird sie ja auch keiner abhalten. Und die Unterstützung, die sie brauchen, bekommen Sie ja dann von der Familie. 

Herr Meyer: also, so hatte ich mir das dann aber nicht vorgestellt. Meine Frau ist ja auch noch berufstätig und die Kinder sind noch klein und ich wollte auch weiterhin arbeiten gehen, im Rahmen meiner Möglichkeiten.

Berater: selbstverständlich, wenn sie weiter arbeiten gehen möchten, können wir Ihnen sogar für ein paar Stunden eine Arbeitsassistenz finanzieren. 

Herr Meyer: aber das wird nicht reichen, ich brauche ja nicht nur bei der Arbeit Hilfe sondern rund um die Uhr. 

Berater: Ach, ich verstehe, sie zielen da auf osteuropäische Pflegehelferinnen ab. Da kann ich Ihnen mal ein Prospekt geben. 

Herr Meyer: Nein! Das meine ich gar nicht! Ich habe da mal was über persönliche Assistenz gelesen. Das hat mir gefallen. 

Berater: Ja, machen Sie sich denn eine Vorstellung, was das kostet? Sowas ist nur für Privilegierte bzw. für die ganz Reichen. 

Herr Meyer: aber es gibt doch jetzt das neue Bundesteilhabegesetz. Da hieß es doch im Vorfeld, dass das alles Einkommens und vermögensunabhängig sein soll. Dass das Wunsch und Wahlrecht gestärkt wird. Und dass endlich die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt wird. 

Berater: natürlich, natürlich. So war das alles im Vorfeld abgesprochen worden, aber sie wissen ja, das liebe Geld. 

Herr Meyer: Ja schon, aber es geht hier schließlich um Menschenrechte. Und schon das Grundgesetz...

Berater: aber, aber, beruhigen Sie sich. Natürlich gibt es jetzt Verbesserungen für Menschen mit Behinderung. Zum Beispiel dürfen sie 50.000 € ansparen. 

Herr Meyer: 50.000 €?! Das ist doch nichts. 

Berater: interessant, Sie besitzen also mehr als 50.000 €? Dann können Sie Ihre persönliche Assistenz ja selbst bezahlen. 

Herr Meyer: was!? Das Geld ist angelegt für meine Alterssicherung, das kann ich doch jetzt nicht einfach verpulvern. Und außerdem das Haus...

Berater: keine Sorge, das Haus dürfen sie behalten. 

Herr Meyer: na, da bin ich aber froh. Schließlich sollten die Kinder mal in die anderen beiden Wohnungen ziehen, wenn sie erwachsen sind und uns, mich und meine Frau, gegebenenfalls pflegen. 

Berater (kichert): na, dann können ihre Kinder in ihrem Fall jetzt schon mal anfangen. Aber im Ernst...Ihr Haus hat mehr als eine Wohnung? Die müssen Sie natürlich verkaufen. 

Herr Meyer: ja aber das sollten doch die Kinder rein. Das kann ich doch jetzt nicht einfach so veräußern, da steckt mein Leben drin und alles was ich besitze. 

Frau Meyer: Schatz, Reg Dich nicht auf. Dann müssen die Kinder eben in das Haus von meinen Eltern ziehen. 

Berater: Ach, Sie besitzen noch ein Haus?

Herr Meyer: das gehört nicht mir, das hat meine Frau von ihren Eltern geerbt. 

Berater: es spielt gar keine Rolle. Das Vermögen des Partners wird ebenfalls herangezogen. 

Herr Meyer: Aber wovon sollen wir denn dann leben? 

Berater: naja, sie sagten noch gerade dass ihre Frau berufstätig ist und dass sie mithilfe von Arbeitsassistenz ebenfalls noch erwerbstätig sein möchten. 

Herr Meyer: Ja schon, aber wir hatten uns doch schon einen gewissen Standard aufgebaut, den kann man uns doch jetzt nicht einfach nehmen. Sie treiben ja nicht nur mich sondern meine ganze Familie in den Ruin. 

Berater (lacht): tja, da war der Notarzt bei Ihnen wohl zu schnell. Ihre Familie steckt jetzt mit drin. Mitgefangen mit gehangen. 

Herr Meyer: o. k. die beiden Wohnungen für meine Kinder und das Haus von meiner Frau sind dann wohl weg. Aber sie sagten ja am Anfang, dass ich zumindest 50.000 € behalten darf. 

Berater: Ja, aber das gilt nur, wenn sie lediglich Eingliederungshilfe bräuchten. So wie sie hier vor mir sitzen, denke ich, sie brauchen vornehmlich Hilfe zur Pflege. Das muss natürlich ein Arzt entscheiden aber ich habe da ja auch so meine Erfahrungen. 

Herr Meyer: und das bedeutet? 

Berater: also, wenn Sie Hilfe zur Pflege benötigen, dürfen sie maximal 25.000 € ansparen. 

Herr Meyer: o. k., also nur 25.000 €. Wenigstens das. 

Berater: Moment, ich war noch nicht fertig. Zunächst müssen sie die beiden Wohnungen für ihre Kinder, das Haus ihrer Frau verkaufen und damit ihre Assistenz bezahlen. Ihre Altersvorsorge wird aufgelöst und wenn sie nur noch 2600 € auf dem Konto haben...

Herr Meyer: wieso 2600 €, eben waren es noch 25.000? 

Berater: 25.000 € dürfen sie ansparen. Aus dem Einkommen, das sie sich in Zukunft erarbeiten. 

Herr Meyer: auch das noch.... Aber immerhin, ich hatte einen recht guten Job und kann ihn wohl auch jetzt noch ausüben. 

Berater: ach ja? Einen guten Job? Wie viel werden Sie denn so verdienen? 

Herr Meyer: naja, als Akademiker verdient man eben schon mal 70.000, 80.000 € im Jahr. 

Berater: interessant. Da kann ich ja gleich ihren Eigenanteil berechnen. 

Herr Meyer: was! Eigenanteil? Jetzt habe ich doch schon mein ganzes Vermögen hergeben müssen, jetzt wollen sie auch noch an mein Einkommen? 

Berater: naja, umsonst ist der Tod (lacht). Lassen Sie mich mal rechnen...Also: bei der Hilfe zur Pflege dürfen sie im Monat maximal 804 € von ihrem Einkommen behalten. 

Herr Meyer: Sie machen wohl Witze? Berater: Nein, Moment, immer mit der Ruhe. Auf diesen Betrag muss man ja noch die angemessene Miete drauf schlagen. Ach so, nein, sie zahlen ja gar keine Miete. Sie sind ja bereits Hausbesitzer, wie praktisch...Übrigens, wie viel verdient denn Ihre Frau? 

Herr Meyer: was tut das denn zur Sache, was meine Frau verdient, es geht schließlich hier um mich. 

Berater (mit erhobenem Zeigefinger): bei der Hilfe zur Pflege, die sie in Anspruch nehmen möchten, wird auch das Einkommen des Partners hinzugerechnet. Da hat sich auch mit dem Bundesteilhabegesetz nichts geändert. Aber ihre Frau muss schließlich nicht alles abgeben, sie darf ein bisschen von ihrem Einkommen auch für sich behalten. Und für die Kinder. Ist das ein Angebot? 

Herr Meyer: aber im Bundesteilhabegesetz steht doch, dass das Einkommen des Partners nicht herangezogen wird. 

Berater: Ja genau. Das stimmt auch so. Aber das gilt nur für die Eingliederungshilfe. Aber lassen Sie mich mal weiter rechnen. Bei 70.000 oder 80.000 € brutto im Jahr werden sie einen ganz hübschen Eigenanteil für die Eingliederungshilfe Blechen müssen. Rechnen Sie mal mit einigen 100 €. 

Herr Meyer: ja aber nach ihren Berechnungen bleiben mir ja nachdem sie die Hilfe zur Pflege abgezogen haben nur noch mal rund 1000 € übrig, von denen wir leben müssen. Da können Sie doch nicht noch ein paar 100 abziehen. 

Berater: so steht es aber im Gesetz. Da sind uns die Hände gebunden. Aber freuen Sie sich doch, sie können die selbst bewohnte Wohnung behalten und ein paar 100 € im Monat ebenfalls. Sie werden ihre Familie doch damit noch durchkriegen (Schulterklopfen). Und von dem was übrig bleibt, dürfen sie sogar bis zu 25.000 € sparen. 

Herr Meyer: das ist jetzt aber nicht ihr Ernst. 

Berater: doch natürlich, das hat sich die Politik so fein ausgedacht. Sonst würde ja jeder kommen. 

Herr Meyer: und solange ich noch nicht behindert war, habe ich immer gedacht, den Behinderten wird das Geld hinterhergeworfen. Was sie hier tun ist doch Euthanasie auf Raten.